. .

   ©Foltolia, Gina Sanders

Planung - Grundlage für eine solide Ausführung

Wer sich entschlossen hat an seinem Bauwerk Veränderungen vorzunehmen, erwartet auch ein gutes Ergebnis. Damit in Zeiten radikal veränderter Bau- und Gebäudetechnik eine kostenoptimierte, solide und effiziente Lösung entsteht, braucht es eine gute Planung. Um ein ganzheitliches Ziel auf sehr hohem Niveau zu erreichen reicht es heute nicht mehr aus, gewerkeigene Spitzenleistung zu produzieren. Vielmehr ist es notwendig, die einzelnen Gewerke sorgfältig aufeinander abzustimmen und transparente Schnittstellen zu schaffen.

DAZU EIN BEISPIEL: DIE HEIZUNG SOLL MODERNISIERT WERDEN
Der Gas Niedertemperaturwärmeerzeuger ist alt und / oder defekt. Es soll eine neue Zentrale mit Gasbrennwerttechnik eingebaut werden. Diese Technik ist besonders effizient wenn sie mit niedrigen Wassertemperaturen betrieben wird. Außerdem ist die maximale Vorlauftemperatur aus technischen Gründen auf 85°C limitiert, also bis zu 20° weniger als bei dem alten Niedertemperaturkessel! Damit sich jetzt überall die geforderte Raumtemperatur einstellt und die gewünschte niedrige Rücklauftemperatur erreicht wird braucht es einen „hydraulischen Abgleich“  der Heizungsanlage. Hinter diesem etwas fremden Begriff verbirgt sich eine komplette Berechnung der Heizungsanlage. Diese liefert alle notwendigen Daten des Wärmeerzeugers sowie alle Einstelldaten für Regler und Stellglieder.
Würde man den neuen Wärmeerzeuger einfach nur „umstöpseln“ würde es bei der Auslegungstemperatur von -12°C  vielleicht (?!) überall warm, aber der Heizungsbetrieb wäre nicht effizient.

EIN WEITERES  BEISPIEL: FENSTER ALTER BAUART SOLLEN GEGEN MODERNE WÄRMESCHUTZFENSTER GETAUSCHT WERDEN
Immer wieder ist zu lesen und zu hören, dass man moderne Wärmeschutzfenster nicht in ein altes Gebäude einbauen dürfe, erstrecht nicht solche mit 3-fach Verglasung. Diese Aussage für sich ist aber völlig haltlos, jedoch ist eine differenzierte Betrachtung des Gebäudes als Ganzes notwendig. Damit es nicht zu unerwarteten Schäden durch Schimmelpilz kommt, muß die Einbausituation des Fensters hinsichtlich einer Wärmebrücke und eines "Lüftungskonzeptes bei Abwesenheit des Nutzers" untersucht werden. Weiterhin baut man Fenster heute innen luftdicht und außen diffusionsoffen ein, auch dieser Anschluß will geplant sein. Wird auf diese Punkte eingegangen, erhält man ein hocheffizientes Fenster und sogar ein robuster ausgebildetes Detail am Fensteranschluß als vor dem Fenstertausch.

Wir konnten Sie hoffentlich mit diesen beiden kurzen Beispielen überzeugen, dass es einer angemessenen Planung bedarf, um ein Gebäude effizient und schadensfrei umzubauen. Am Ende einer Planung ist auch ein Plan fertig, und dieser ist die Grundlage für die folgende Ausführung. Wird von diesem Plan unabgestimmt abgewichen oder ist der Plan fehlerhaft und es kommt zu einem Schaden, so hat der Bauherr als Auftraggeber auch rechtlich die Asse auf der Hand.