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hydraulischer Abgleich - Voraussetzung für eine gut funktionierende Heizungsanlage

Hinter dem etwas sperrigen Wort „hydraulischer Abgleich“ verbirgt fachlich die komplette Berechnung und Einregulierung einer Heizungsanlage.
Man hat festgestellt, dass die allermeisten Heizungsanlagen in Wohngebäuden nie vollständig berechnet und einreguliert wurden. Aber selbst wenn dies in der Vergangenheit durchgeführt wurde, so hat sich durch die Modernisierung wärmeschutzrelevanter Bauteile die raumweise notwendige Wärmeleistung verändert,  in deren Folge die Abstimmung der Räume untereinander aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. Die Folgen sind eine vergleichsweise energetisch ineffiziente Gesamtanlage, teilweise sehr schlecht regelbare Raumthermostate sowie gelegentlich Strömungsgeräusche in den Heizkörperventilen. Eine weitere Folge einer lediglich zusammengesteckten, aber nicht in allen Belangen einregulierten Heizungsanlage, ist eine geringere Robustheit und damit Lebenserwartung des Wärmeerzeugers.

Ziele des hydraulischen Abgleichs sind:

  • durch eine raumweise Berechnung der notwendigen Wärmeleistung und der Leistung des installierten Heizkörpers diese beiden Kenngrößen durch einjustieren eines voreinstellbaren Heizungsventils in Übereinstimmung zu bringen, in der Folge ergibt sich ein sehr gutes proportionales Regelverhalten des Raumthermostaten. Dies spart Energie und ist sehr komfortabel.
  • die einzelnen Räume untereinander so abzustimmen, dass keiner der Raüme zu gering erwärmt wird.
  • die Vorlauftemperaturkurve der Wärmezentrale passend zur Außentemperatur zu errechnen.
  • die notwendige Kesselleistung zu ermitteln, um eine verbrauchsschädliche Überdimensionierung des Wärmeerzeugers zu vermeiden.
  • die Pumpenleistung auf das absolut Notwendige zu verringern um den Stromverbrauch zu reduzieren.

Im Ergebnis erhält man eine effiziente, gute regelbare und robuste Heizungsanlage.

In dem breit angelegten Forschungsprojekt "Optimus"der Deutschen Bundesstifttung Umwelthilfe (DBU) wurde 2008 ein jährliches mittleres Einsparpotential alleine für die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs von 8kWh/m² Nutzfläche ermittelt. Dabei entsprechen 10kWh etwa 1 liter Heizöl bzw. einem Kubikmeter Erdgas. Im Ergebnis zeigte sich, dass gerade die gut gedämmten Gebäude ein signifikant höheres Einsparpotential aufwiesen als die energetisch Schlechteren. Die Ergebnisse wurden in einer fortgesetzten Studie aus dem Jahr 2014 nochmals bestätigt.
Somit hat der hydraulische Abgleich von Heizungsanlagen ein hohes Einsparpotential, insbesondere vor dem Hintergrund, daß dieses Einsparpotential eigentlich nur auf einer vollständigen richtigen Einregulierung der Heizungsanlage beruht. Diese Einregelung setzt allerdings eine komplexe Berechnung voraus.
Im  hydraulischen Abgleich ist oftmals von zwei verschiedenen Verfahren die Rede:
Als "Verfahren A" wird ein sehr grobes Näherungsverfahren bezeichnet, dessen weitreichende Vereinfachungen nicht die physiaklische Realität in einem Heizungssystem wiederspiegelt und teilweise sogar zu massiven Nutzerbeschwerden führt, daher kann es nicht empfohlen werden.
Empfehlenswert ist im Bestand einzig das "Verfahren B", dem eine ingenieurmäßige Berechung der Heizungsanlage zugrunde liegt. Nur bei diesem Berechnungsverfahren für Bestands- gebäude ist das volle Einsparpotential gegeben, Nutzerbeschwerden kommen hier nur extrem selten vor.
Bei Neubauten kann aufgrund aller vorliegenden technischen Daten eine Heizlast- berechnung nach DIN EN 12831 in Verbindung mit einer vollständigen Rohrnetzberechnung empfohlen werden.
Aus diesem Grund bietet effeff.ac als Qualitätsdienstleister aussschließlich die beiden letztgenannten Verfahren an.